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Wissenschaftlicher Dialog

Den wissenschaftlichen Austausch zum Thema Fotografie anzuregen und zu ermöglichen, ist eines der zentralen Anliegen der Deutsche Börse Photography Foundation. Gemeinsam mit anderen Partnern werden Formate entwickelt und Plattformen geschaffen, die Interessierte mit Künstler*innen, Kritiker*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen in einen Dialog bringen. Dafür greift die Stiftung auf ein internationales Kooperationsnetzwerk aus Museen, Hochschulen und weiteren Institutionen zurück. Es werden Veranstaltungsreihen zu aktuellen Themen der Fotoszene ausgerichtet, Symposien und Vorträge organisiert und Künstler*innen zu Werkgesprächen mit der Öffentlichkeit eingeladen.

 

Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Photographie

 

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) vergeben wir alle zwei Jahre die beiden Preise „Thinking Photography. DGPh-Forschungspreis“ und „Writing Photography. DGPh-Preis für innovative Publizistik“. Der DGPh-Forschungspreis „Thinking Photography“ ist mit 3.000 € dotiert und zeichnet wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Fototheorie und -geschichte aus, die das Themenfeld um wichtige geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftlichen Ansätze erweitern. Als Preis für innovative Publizistik würdigt “Writing Photography“ journalistische, essayistische und andere Publikationsformen wie Blogbeiträge, Kolumnen, Rezensionen oder netzbasierte Veröffentlichungen, die Text und fotografisches Material auf kreative Weise verbinden. Dieser Preis ist mit 1.000 € dotiert. Die Entscheidung trifft eine jährlich wechselnde, internationale Jury aus Fotografieexpert*innen und Wissenschaftler*innen.

Die zwei Gewinnerinnen der Auszeichnungen aus 2024 wurden am 28. Januar 2025 bekanntgegeben. Den DGPh-Forschungspreis „Thinking Photography“ erhielt Dzifa Peters, der DGPh-Preis für innovative Publizistik ging an Esther Gabrielle Kersley. Wir gratulieren den beiden Gewinnerinnen. Weitere Informationen zur feierlichen Übergabe der beiden Preise sowie der Vorstellung der prämierten Arbeiten folgt in Kürze.

Thinking Photography 2024

Portraits of contemporary witnesses of the independence movement in Ghana are packed for archiving. Dzifa Peters in collaboration with Josef Zky, from the project “Being a guest”, (2015-present), C-print © Dzifa Peters 2025, courtesy of the artists

 

In ihrer Dissertation “Tropes of Polarity: Visual Representation and Afrodiasporic Identities“ beleuchtet Dzifa Peters, wie koloniale, postkoloniale und afrodiasporische Identitäten in der zeitgenössischen Fotografie dargestellt und durch sie geformt werden. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Rolle des Mediums bei der Bewahrung von Erinnerungen, der Bestimmung von Zugehörigkeiten und der Vermittlung zwischen verschiedenen kulturellen Perspektiven und Identitäten.

Dzifa Peters ist Künstlerin, Nachwuchsforscherin am Research Centre for Communication and Culture und Postdoktorandin an der Cados Católica Doctoral School, Portugal. Die Jury würdigt ihre Arbeit als „ein wissenschaftlich hervorragendes Werk, das ein aktuelles Thema bearbeitet“ und bezeichnet den Beitrag als „einen sprachlich akzentuierten, differenzierten und äußerst fundierten Text.“

Weitere Informationen zu der Arbeit und der Begründung der Jury finden Sie hier.

 

Writing Photography 2024

The “literal” or “realistic” image, source: BalticServers.com, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

 

Esther Gabrielle Kersley untersucht in ihrem Kommentar „The hooded man at the computer: What are cyber images telling us?” wie abstrakte Themen wie Cybersicherheit und künstliche Intelligenz mithilfe von Bildern illustriert werden. Sie erkundet, welche Botschaften diese Bilder vermitteln und inwiefern sie die Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Thema beeinflussen können. Kersley ist Fotografin und Autorin aus London. Die Jury hat die aktuelle Relevanz des Themas sowie die „Vermittlung fotografie- und bildtheoretischer Überlegungen an ein Publikum jenseits der Fachwelt überzeugt.“

Weitere Informationen zu dem Beitrag und der Begründung der Jury finden Sie hier.

Symposien

Edward Steichen File (c) The Halsman Archive 2022

Magnum Panel
"The Photographer’s Legacy: Estate Planning in the Digital Era"

11. November 2022 im Goethe-Institut, Paris

 

Wie können Fotografen im digitalen Zeitalter mit ihrem Nachlass umgehen? Welche neuen Möglichkeiten und Herausforderungen bringen der technologische Fortschritt und das Internet mit sich? Welche Instrumente und Mechanismen können dazu beitragen, die Lebensdauer des fotografischen Werks zu sichern? Welche Fragen werfen die neuen Verbreitungskanäle in Bezug auf die Kontrolle über das Werk auf?

Verschiedene Möglichkeiten der Nachlassplanung im digitalen Zeitalter wurden am 11. November 2022 mit der Fotografin Cristina de Middel, Oliver Halsman aus dem Nachlass von Philippe Halsman, der Nachlassvertreterin von Peter Marlow, Fiona Naylor, und einer Artistate-Nachlassplanerin und NFT-Expertin diskutiert. Der Vortrag wurde von Ana Cruz Yabar moderiert und in Zusammenarbeit mit der Deutsche Börse Photography Foundation und dem Goethe Institut organisiert.

Symposium der 10. Darmstädter Tage der Fotografie

Die Deutsche Börse Photography Foundation förderte das eintägige Symposium der 10. Darmstädter Tage der Fotografie am 21. April 2018, auf dem das Festivalthema  "Perspektiven - Strategien fotografischen Handelns" vertieft, diskutiert und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurde. Internationale Fotografieexpert*innen, renommierte Kurator*innen und beteiligte Künstler*innen stellten ihre Perspektiven und Strategien fotografischen Handelns vor.

Gordon Parks. I Am You. Selected Works 1942–1978

Gemeinsam mit den beiden Experten Prof. Dr. Annette Brauerhoch (Filmwissenschaftlerin, Universität Paderborn) sowie Dr. Simon Wendt (Juniorprofessor der Amerikanistik, Goethe Universität Frankfurt am Main) bot die Deutsche Börse Photography Foundation im Rahmen eines Gesprächsabends am 11. Dezember 2017 einen Einblick in das filmische, fotografische und politische Wirken von Gordon Parks. Inwiefern haben sich sein Schaffen als Fotoreporter und Filmregisseur sowohl thematisch als auch ästhetisch gegenseitig beeinflusst? Gelang es ihm, mit seinen Fotografien der Ausbeutung und Diskriminierung von Minderheiten entgegenzuwirken? Welchen Einfluss hatte die amerikanische Bürgerrechtsbewegung auf seinen Blick auf die Welt? Diesen und weiteren Fragen gingen die Referent*innen in Bezug auf das Multitalent Gordon Parks und sein vielschichtiges Werk nach.

Magnum Photos at 70. Past - Present - Future

Zum Anlass des 70-jährigen Bestehens der internationalen Fotoagentur Magnum veranstaltete die Deutsche Börse Photography Foundation in Kooperation mit Magnum Photos und Leica Camera Frankfurt am 24. und 25. November 2017 ein Programm, das die Begegnung mit Magnum-Mitgliedern in Frankfurt ermöglichte.

Im Rahmen eines Symposiums boten Podiumsgespräche mit den drei Fotograf*innen Thomas Dworzak (DE), David Hurn (UK) und Newsha Tavakolian (IRN), ergänzt durch Filmmaterial aus dem Projekt "Magnum Time" von Marco Bischof, Züricher Filmemacher und Sohn des Magnum-Fotografen Werner Bischof, Einblicke in die Entstehungsgeschichte sowie in die gegenwärtige Entwicklung von Magnum. Der Abend wurde moderiert von Anne-Marie Beckmann und Marco Bischof. Zu dem Programm zählte weiterhin ein eintägiger Workshop für Fotointeressierte mit Portfolio Reviews und Präsentationen der drei Magnum Fotograf*innen Dworzak, Hurn und Tavakolian.

Begleitend zum Veranstaltungswochenende wurden vom 24. November bis 9. Dezember 2017 in der Leica Camera Frankfurt Fotografien von Magnum-Mitgliedern gezeigt. Die Ausstellung mit Arbeiten aus der Art Collection Deutsche Börse sowie einer Werkauswahl aus der Leica Galerie spannte den Bogen von den frühen 1950er-Jahren bis heute. Mit Werken von u. a. Werner Bischof, Thomas Hoepker, Martin Parr, Paul Fusco und Alec Soth waren viele verschiedene fotografische Ansätze vertreten.

Hier ein Video mit einem kleinen Rückblick.

WATCHED! Surveillance Art & Photography, C/O Berlin

Gemeinsam mit C/O Berlin organisierte die Deutsche Börse Photography Foundation eine Veranstaltungsreihe, die von Juni 2016 bis April 2017 stattfand. Im Rahmen von sechs Diskussionsrunden bzw. Vorträgen wurden Themen wie Überwachung, Big Data oder die Verbreitung privater Momente im Netz aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht. Zu den Referent*innen zählten international bekannte Künstler*innen wie Hasan Elahi oder Beat Streuli, Soziolog*innen wie Harald Welzer, Politiker*innen (z. B. Heiko Maas, Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz), der Autor James Bridle ebenso wie Psycholog*innen, Medienexpert*innen und verschiedene Rechtsexpert*innen.

Künstler*innengespräche

David Campany und Anne-Marie Beckmann, 20. April 2024, im Rahmen des „Open Saturday” sprachen der Kurator David Campany und Anne-Marie Beckmann, Kuratorin der Ausstellung, über das Werk des britischen Fotografen Chris Killip, seinen Einfluss auf andere Fotograf*innen und die politischen Hintergründe, vor denen seine Arbeiten entstanden sind. David Campany ist ein britischer Fotografie-Experte, Kurator, Autor und Verleger.

Anne Morin und Anne-Marie Beckmann, 14. Januar 2023, im Rahmen des „Open Saturday” in der Ausstellung "Vivian Maier. Street Photographer" sprachen die Kuratorin Anne Morin und Anne-Marie Beckmann über das außergewöhnliche fotografische Werk, das Maier mit einer ebenso individuellen wie zeitlosen Bildsprache geschaffen hat und die Hintergründe sowie Entdeckung ihrer Arbeit. 

Jonas Bendiksen und Thomas Dworzak, 20. April 2021, Künstlergespräch.  Anlässlich der Ausstellung „Open for Business – Magnum photographers on commission“ diskutierten die Kuratorinnen der Ausstellung, Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation) und Mirjam Kooiman (Fotografiemuseum Amsterdam) mit den beiden Magnum Fotografen übre die besonderen Herausforderungen der Arbeit an Gruppenaufträgen. 

Cristina De Middel und Martin Parr, 16. Dezember 2020, Künstler*innengespräch. Anlässlich der Ausstellung „Open for Business – Magnum photographers on commission“ sprach Anne-Marie Beckman mit den beiden Fotograf*innen über die Praxis kommerzieller Auftragsarbeiten, deren Rolle innerhalb der renommierten Agentur Magnum Photos und über die Wechselwirkung zwischen ihren persönlichen Projekten und Aufträgen von Unternehmen und Organisationen.

Susan Meiselas, 7. November 2019, Künstlerinnengespräch bei Magnum Photos Paris. Die Direktorin der Photography Foundation, Anne-Marie Beckmann, sprach mit der Fotografin Susan Meiselas, die in diesem Jahr mit dem Deutsche Börse Photography Foundation Prize ausgezeichnet wurde und deren Werke ebenfalls Teil der Sammlung sind, über ihre Arbeit.

Sylvain Couzinet-Jacques und Jaya Pelupessy, 16. Oktober 2019, Künstlergespräch an der HfG (Hochschule für Gestaltung) Offenbach mit den beiden Nachwuchskünstler*innen aus dem Foam Talent Programm mit Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation) sowie Marcel Feil (Foam Fotografiemuseum Amsterdam) über ihr Werk und die Teilnahme an Förderprogrammen für junge Künstler*innen.

Dana Lixenberg, Julian Röder und Tobias Zielony, 25. Juni 2019, Künstler*innengespräch mit den drei Fotograf*innen und Anne-Marie Beckmann über ihr Gesamtwerk und Themen wie Identität, Subkulturen, deren Repräsentation sowie den Einfluss der sozialen Medien auf diese Aspekte ihrer Arbeit im Foam Fotografiemuseum Amsterdam.

John Stezaker, 9. April 2019, Gespräch in der Londoner Photographers' Gallery mit Anne-Marie Beckmann über sein fotografisches Werk.

Lucas Foglia, 5. September 2017, Vortrag des amerikanischen Fotografen zu seinem neuen Fotobuch „Human Nature" und den Entstehungsgeschichten der Bilder.

Hosam Katan, 29. November 2016, Präsentation des jungen syrischen Fotografen mit seinen dokumentarfotografischen Arbeiten zum Bürgerkrieg in Aleppo.

Weiteres

Laura El-Tantawy an der der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden © Robert Varnis

Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden

Wir setzen mit dem in Dresden ansässigen Verein Portraits Hellerau unsere Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) fort: Im Wintersemester 2025/2026 übernimmt die renommierte, aus Singapur stammende Künstlerin Sim Chi Yin die temporäre internationale Gastprofessur für Fotografie an der Hochschule. Sie wird zudem in die Jury des PORTRAITS – Hellerau Photography Award 2026 berufen.

Nach dem erfolgreichen Auftakt mit Laura El Tantawy in 2023 fördern wir und Portraits Hellerau e.V. zum zweiten Mal diese wichtige Initiative. Das gemeinsame Ziel der drei Partner ist es, den Studierenden der HfBK Dresden einen vertieften Einblick in die zeitgenössische Fotografie zu ermöglichen, sie mit der Perspektive renommierter internationaler Fotograf*innen in Kontakt zu bringen und den Austausch zwischen Theorie und Praxis zu fördern. Zudem trägt die Gastprofessur dazu bei, Dresden als Ort für zeitgenössische künstlerische Fotografie zu stärken. Die Entscheidung über die Vergabe der Gastprofessur hat eine gemeinsame Jury der Partnerinstitutionen getroffen.

Die Gastprofessur ist Teil unseres umfassenden Förderprogramms für den fotografischen Nachwuchs, das Auszeichnungen, Stipendien und Ausstellungsangebote für junge Künstler*innen sowie Formate umfasst, die den wissenschaftlichen Austausch zum Thema Fotografie fördern. Das bestehende Lehrangebot an der HfBK Dresden wird mit dieser Gastprofessur um einen projektbasierten Workshop für Meisterschüler*innen und fortgeschrittene Studierende ergänzt, den Sim Chi Yin leitet. Eine Ausstellung im Dezember 2025 in den Räumen der Akademie zeigt die während des Workshops entstandenen künstlerischen Arbeiten der Studierenden.