Jaakko Heikkilä

Am Meer gelegen

Die im Norden Russlands an der Weißmeerküste heimische Bevölkerungsgruppe nennt man Pomoren. Pomor bedeutet „am Meer gelegen“. Bekannt geworden sind die dort lebenden Menschen durch den so genannten Pomorenhandel, den intensiven Warenaustausch auf dem Seeweg mit Norwegen und dem restlichen Europa. Er setzte zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein und wurde durch die russische Revolution jäh beendet. Das Leben der Pomoren spielt sich unmittelbar am und auf dem Wasser ab, denn sie leben vor allem von Handel und Fischfang.

Jaakko Heikkilä hat sich mit seiner Kamera auf die Suche nach Spuren dieser ehemals sehr wohlhabenden Region und ihrer kulturellen Überreste gemacht. Die Eindrücke, die er von dieser Reise mitgenommen hat, sind sehr unterschiedlich. Sie umfassen sowohl friedliche, unberührte Natur und lebendige kulturelle Traditionen als auch harte körperliche Arbeit, Armut, Einsamkeit und Alkoholismus.

Heikkiläs Bilder zeigen uns vor allem die sanfte, die poetische Seite einer unendlich weiten und stillen Landschaft. In ihnen entdecken wir Orte, an denen scheinbar die Zeit stehen geblieben ist und die Menschen auch heute noch dem Rhythmus der Natur folgen. Sie zeigen sie bei ihrer täglichen Arbeit, in ihren Häusern und in der dörflichen Gemeinschaft. Wenn nach langen Monaten der Dunkelheit die Sonne zu ihnen zurückkehrt, taucht sie die Farben der Natur in ein strahlendes Licht, das wir in Heikkiläs Bildern wiederfinden. Mit romantischem Blick hat er uns ein freundliches Bild der Weißmeerregion und seiner Bewohner geschaffen.

Biografische Daten

1956

geboren in Kemi, Finnland

1983

Diplomingenieur, Universität Oulu

1987–89

Forscher an der Akademie von Finnland

seit 1989

unabhängiger Künstler

lebt und arbeitet in Kukkola, im Tal des Torne Flusses, der die Grenze zwischen Schweden und Finnland bildet