Ute und Werner Mahler

Ute und Werner Mahler, Ohne Titel #01, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 66 x 53 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel #02, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 53 x 42 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel #03, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 34 x 42 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel #04, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 53 x 42 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 42 x 53 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 53 x 66 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 66 x 53 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 53 x 42 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel, aus der Serie "Kleinstadt", 2015-2018, 34 x 42 cm, Silbergelatineabzug
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel, aus der Serie "Die seltsamen Tage", 2013, 117 x 147 cm, Archival pigment print
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel #01, aus der Serie "Die seltsamen Tage", 2012, 117 x 147 cm, Archival pigment print
Ute und Werner Mahler, Ohne Titel #02, aus der Serie "Die seltsamen Tage", 2012, 117 x 147 cm, Archival pigment print

Als Ute und Werner Mahler 2009 begannen, an ihrem ersten gemeinsamen Projekt zu arbeiten, waren sie schon mehr als 40 Jahre lang ein Paar und hatten jeweils eine beachtliche fotografische Karriere vorzuweisen – sowohl in der DDR, in der sie aufwuchsen, als auch in der Zeit nach der Wende. Beide hatten in Leipzig Fotografie studiert und als freie Fotograf*innen gearbeitet, an Aufträgen ebenso wie an eigenen Themen. Gemeinsam mit fünf anderen bedeutenden DDR-Fotograf*innen gründeten sie 1990 die renommierte Fotoagentur Ostkreuz. Über Jahrzehnte hatten sie sich gegenseitig assistiert, wenn der andere „einen Job hatte“, doch erst die Arbeit an dem selbstgewählten Thema „Monalisen der Vorstädte“ entwickelte sich zu einem Gemeinschaftsprojekt und damit zu einer neuen Form der Kooperation.

Zu den fotografischen Serien, die sie seitdem im Team produziert haben, zählt auch „Kleinstadt“. Als solche bezeichnet man Gemeinden, deren Einwohner*innenzahl zwischen 2.000 und 20.000 liegt. Viele von ihnen kämpfen seit einigen Jahren mit einem massiven Bevölkerungsschwund, weil es immer mehr Menschen in die großen Ballungszentren zieht, wo sie Arbeit, Kultur und eine ausgebaute Infrastruktur vorfinden. Um aufzuspüren, wie sich das Leben vor allem für junge Menschen in solchen schrumpfenden Gemeinden anfühlt, sind die Mahlers durch ganz Deutschland gereist. Ihre Bilder erfüllen so manches Klischee, das man von Kleinstädten im Kopf hat: Bausünden, Verfehlungen in der Stadtplanung, Spießigkeit und ein Gefühl der Trostlosigkeit. Dabei geht es ihnen nicht darum, diese Orte und ihre Bewohner*innen vorzuführen, sondern eher um die Erkundung eines Phänomens und die Suche nach Zeichen der Hoffnung.

Auf den ersten Blick eher ungewöhnlich für die Arbeit der Mahlers sind die großformatigen Aufnahmen der Serie „Die seltsamen Tage“. Sie zeigen farbintensive, nahezu abstrakte und vor allem rätselhafte Motive. Immer wieder waren ihnen während ihrer Arbeit Konstellationen begegnet, die so surreal erschienen, dass sie sie noch lange beschäftigten. Also beschlossen sie, sich gezielt auf die Suche nach solch ungewöhnlichen Erscheinungen zu machen, um diese zu fotografieren. Ihre „Expeditionen“ sollten sie aber nicht in die Ferne führen, sondern überwiegend ins nahe gelegene Brandenburg. Dort entdeckten sie dann zum Beispiel in einer Baumschule die höchst skurril anmutende Gruppe von Bäumen, die in einem Container darauf warteten, abtransportiert zu werden. Oder das halb abgeblätterte Wandgemälde im Speiseraum einer verlassenen russischen Kaserne, das im Zustand des Verfalls eine ganz eigene Schönheit entfaltet.

In ihren Langzeitprojekten setzen sich Ute und Werner Mahler auf vielfältige Weise mit dem Miteinander von Mensch und Natur auseinander. Ihre nicht nachlassende Neugier und ihr außergewöhnlicher und einfühlsamer Blick fürs Detail lassen sie auch dort Aufsehenerregendes finden, wo die meisten erst gar nicht suchen: in der unmittelbaren Umgebung.

Biografische Daten

Ute Mahler

1949

geboren in Berka, Deutschland

1969 bis 1974

studiert Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig


Werner Mahler

1950

geboren in Boßdorf, Deutschland

1973 bis 1978

studiert Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig




gemeinsam

1979

ausgezeichnet mit dem Photokina Preis für Fotografie

1990

Gründungsmitglieder der Agentur „Ostkreuz“ in Berlin

2011

ausgezeichnet mit dem Kunstpreis Fotografie von Lotto Brandenburg, Deutschland

2011

veröffentlichen ihr erstes gemeinsames Projekt „Monalisen der Vorstädte“

2019

ausgezeichnet mit der David-Octavius-Hill-Medaille von der Deutschen Fotografischen Akademie

leben in Lehnitz, bei Berlin